Archiv für die Kategorie „Technik“

Softwaretipp: MuseScore – freies Notensatzprogramm

Mittwoch, 14. Juli 2010

Ich bin heute zufällig über ein Programm gestolpert und habe meiner Frau damit eine riesen Freude gemacht.

MuseScore ist ein frei verfügbares Open Source (GPL) Programm zum Setzen von Noten. Es bietet viele der Funktionen die man sonst nur von kostenpflichtigen Notensatzprogrammen kennt. Einige der Features:

  • das Setzen von Noten über einen grafischen Editor
  • beliebige Anzahl von Notenzeilen
  • bis zu vier Stimmen pro Notenzeile
  • Ein- und mehrzeilige Texte zu jeder Notenzeile
  • Midi Import und Export
  • integrierter PDF-Export

Nach einem kurzen Test wurde das Programm von meiner Frau für gut befunden. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die starke Ausrichtung auf Tastenkombinationen, das Setzen gelingt damit allerdings nach etwas Einarbeitung schneller. Einige Videos (englisch) auf der Projektseite führen in die Funktionalität ein. Im Handbuch (deutsch) wird etwas tiefer auf die Möglichkeiten und die Bedienung des Programmes eingegangen.

Das Programm ist für die drei großen Betriebsystemreihen (Win, Mac, Linux) verfügbar.



WordPress 3.0 veröffentlicht

Freitag, 18. Juni 2010

Heute wurde die Finale Version von WordPress 3 freigegeben. Die WordPress-Entwickler haben es mit dieser Version geschafft, aus einer ursprünglich für Online-Tagebücher gedachten Software, ein vollwertiges CMS zu machen. Dabei ist für den Benutzer vieles so einfach geblieben wie zum Anfang.

Die interessantesten Neuerungen sind, aus meiner Sicht, die flexiblere Navigation und die Möglichkeit individuelle Beitragstypen zu erstellen. Dadurch werden viele Erweiterungen und individuellen Code-Anpassungen überflüssig die ich in bisherigen Installationen vorgenommen habe. Damit diese Neuerungen genutzt werden können, müssen allerdings bestehende Themes angepasst werden.

In WordPress 3 wird das Zusammenstellen von individuellen Menüs ein Kinderspiel. Per Drag und Drop werden die Einträge beliebig angeordnet. Hier am Beispiel der Seite www.lkg-spremberg.de

Weiter interessante Neuerungen sind die integrierten Hilfetexte die dem Anwender Tipps in der Bedienung der Software geben, und die Möglichkeit mit einer einzigen Installation auf mehreren Internetseiten individuelle Blogs zu erstellen. Mehr Infos gibt es bei WordPress Deutschland.



3 Tipps im Umgang mit OpenOffice-Impress

Mittwoch, 2. Juni 2010

Impress ist das OpenOffice (OO) Äquivalent zu Power Point. Anders als OO-Writer und OO-Calc kann es, in punkto Stabilität und Funktionsumfang leider nicht mit der kostenpflichtigen Anwendung aus dem Hause Microsoft mithalten. Wenn man das Programm öfter nutzt merkt man das an einigen Stellen Fehler auftreten und manches nicht wie erwartet funktioniert. Ich nutze da Programm trotzdem sehr gern, da es genau das kann was ich benötige – einfache Präsentationen erstellen. Wem es ähnlich geht, dem gebe ich hier 3 Tipps mit auf den Weg.

1. Nutze die Formatvorlagen, aber erstelle keine neuen

Wie alle Office-Produkte unterstützt auch Impress Formatvorlagen. Das heißt es werden nicht mehr einzelne Wörter markiert und dann formatiert, sondern auf Absätze und Zeilen wird eine definierten Formatvorlage angewendet. Der Vorteil von Formatvorlagen ist das man weniger Fehler bei der Formatierung machen kann und Zeit spart. Statt jede Stelle 5 Mal zu formatieren, müssen die betreffenden Stellen nur einmal einer Formatvorlage zugewiesen werden. Ändert man Einstellungen an einer Formatvorlage wirkt sich das auf alle Stellen aus, die mit ihr formatiert hat.

Dieses Konzept das in MS-Word und OO-Writer hervorragend funktioniert, ist in OO-Impress leider etwas “buggy”, wenn es darum geht neue Absatzvorlagen für Texte zu definieren. Ich empfehle deshalb nur die vorgegebenen Vorlagen zu modifizieren und den Rest auf herkömmliche Art zu formatieren. Die vorhandenen Formatvorlagen beziehen sich meist auf einen ganzen Text-Block. Wichtig ist besonders sich die Formatvorlage für die Aufzählungen nach den eigenen Wünschen anzupassen.

Das Klicken auf F11 öffnet die Formatvorlagenanzeige. Klickt man nun auf einer Folie in eine Textbox wird in der Anzeige die entsprechende Absatzvorlage angezeigt. Wirklich relevant sind aus meiner Sicht nur “Gliederung 1″ und “Titel”. Ich mache hier meist ein paar Änderungen zu Schriftgröße und Schriftart und damit hat es sich.

2. Arbeite mit den Masterfolien

Über das Menü “Ansicht > Master > Folienmaster” können die Vorlagen für Folien verändert werden. Mastervorlagen lassen sich nutzen um die Position von Textblöcke für alle Folien verbindlich festzulegen. Ich nutze meist zwei Mastervorlagen. Eine für das Cover und eine für den Inhalt der Seiten (siehe Bilder unten). Hat man die Masteransicht geschlossen so lassen sich über den Rechtsklick auf eine Folie im Foliendesign die gewünschte Masterfolie auswählen (Folie >Foliendesign > “Seitenvorlage auswählen”).

3. Tipps im Zusammenhang mit Bildern

Impress kennt zwei Arten mit Bildern umzugehen:

  • Die Bilder werden direkt in der Präsentationsdatei gespeichert, sowas nennt man einbetten. Enthält eine Präsentation eingebettete Bilder wird die Präsentationsdatei schnell recht groß. Das seltsame dabei: selbst wenn man die Bilder rausgelöscht und die Präsi neu speichert, bleibt die Dateigröße der Präsentation fast gleich groß. Impress räumt in seinen Präsentationsdateien nämlich mitunter nicht richtig auf. Ein Verhalten das es sich beim großen Bruder PowerPoint abgeschaut hat. Warum auch immer.
  • Die Bilder werden als externe Verknüpfung eingebunden. Wenn man die Präsi weitergeben möchte muss man also immer alle Bilddateien mitgeben. Selbst dann ist nicht garantiert, dass die Präsi korrekt angezeigt wird, da die Bilder auf einem anderem Computer auch meist in einem anderen Verzeichnis liegen. Abhilfe schafft hier nur die Bilder einzubetten. Unter “Bearbeiten > Verknüpfungen” lassen sich die Verknüpfungen auflösen, so dass man die Präsentation problemlos weitergeben kann.
    Der Vorteil die Bilder als externe Verknüpfung einzubinden, liegt darin sie jederzeit bearbeiten zu können, ohne sie dann wieder neu einbinden zu müssen.

Fertige Präsentation lässt sich mit dem Plugin “Sun Presentation Minimizer” komprimieren. Dabei werden unnötige Daten entfernt, Bilder eingebettet, skaliert und platzsparend gespeichert. Nicht selten waren bei mir die Präsentationen nach dem Minimizer nur noch halb so groß. Bei der Präsentation auf langsamen Rechnern wird sich das auch auf die Geschwindigkeit der Effekte auswirken.

Assistenzdialog des Sun Presentation Minimizer

Zusatztipp

Wer grafisch bewandert ist kann seine Folien durch eine ansprechende Hintergrundgestaltung aufpeppen. Die Bilder werden dabei in den Folienmaster gelegt und sind dann auf jeder Seite sichtbar. Zum Erstellen der Bilder nutze ich meist Inkscape. Ein paar Beispiele:



Bokeh Panoramen – die “Brenizer Methode”

Mittwoch, 19. Mai 2010

Ich bin heute auf Flickr über eine interessante Technik gestoßen. Mit der Brenizer-Mehtode werden Bilder mit atemberaubender Tiefenunschärfe möglich, und das trotz günstiger Objektive. Hier einige Bilder aus dem Flickr-Stream des mutmaßlichen “Erfinders” Ryan Brenizer.

Smokey Joe's Kiss

A World Apart

Der Trick hinter diesen Bildern ist, dass es keine Einzelbilder sind, sondern vielmehr Panoramaaufnahmen – sogenannte Bokeh-Panoramen. Jedes der Bild ist, wie bei Panoramen, aus vielen kleinen Bildern zusammengesetzt, die mit einer großen Brennweite aufgenommen wurden. Umso größer die Brennweite (bei gleicher Blende) um so geringer ist die Tiefenschärfe. Das folgende Bild zeigt eine Gegenüberstellung der diesen Merksatz verdeutlicht.

Anklicken zum Vergrößern.

Das Linke Bild zeigt einen Bildauschnitt eines Bildes das mit 28mm Brennweite fotografiert wurde (bei APS-C Format), das rechte Bild hingegen mit 105mm. Im rechten Bild ist eine geringere Tiefenschärfe zu erkennen, also genau das was man typischerweise möchte, wenn man Portraits fotografiert.

Der Nachteil bei großer Brennweite ist natürlich, dass man nur einen Teil des gewünschten Motives abfotografieren kann. In der heutigen Zeit macht das aber eigentlich nichts aus. Den wenn man alle Teile eines Motivs abfotografiert hat, kann man die Bilder danach automatisch von einem Computerprogramm wieder zusammenfügen lassen. Wenn man alles richtig gemacht hat kommt dabei ein Bokeh Panorama heraus.

Vergleichbare Bilder sind meist nur mit sehr hochwertigen (also teuren) Linsen möglich. Denn der zweite Faktor der die Tiefenschärfe beeinflusst, ist die Blende. Um so weiter die Blende geöffnet ist umso geringer die Tiefenschärfe, und umso angenehmer und weicher das Bokeh eines Bildes. Objektive mit solch großen Blendenöffnungen wie etwa f1.2 herzustellen ist allerdings recht schwierig, da dafür äußerst exakt gearbeitet werden muss.

Hier meine erste Testaufnahme nach dieser Methode (basierend auf etwa 20 Bildern bei Blende 4.5 und 105mm).

Zum Vergleich eine Aufnahme mit 50mm und Blende f1.8. Der Effekt ist etwa der selbe. Ich konnte also etwa 2 1/2 Blendenstufen “simulieren”.

Vorteile der Methode

  • geringere Tiefenschärfe trotz günstiger Objektive
  • flexiblerer Umgang mit Festbrennweiten-Objektiven auf kleinem Raum möglich (auch auf kurzer Distanz ist ein volles Motiv möglich)
  • es können unter Umständen Bilder erzeugt werden die mit herkömmlichen Objektiv unmöglich wären

Nachteile der Methode

  • aufwendige Nachbearbeitung notwendig (ein kostenloses Panorama Tool gibt es hier)
  • funktioniert nur wenn sich das Motiv nicht zu sehr bewegt
  • Übung notwendig um eine Routine beim Fotografieren zu bekommen
  • bei günstigen Objektiven, mit relativ kleiner Offenblende, muss ausreichend Licht vorhanden sein (im Gegensatz zu einer hochwertigen Linse)

Obwohl die Nachteile zu überwiegen scheinen, werde ich die Technik auf jeden Fall mal ausgiebiger testen.

Noch zwei Linktipps:



Automatisierter DNG-Workflow mittels Batchverarbeitung unter Windows

Montag, 19. April 2010

Ob Hobby- oder Berufsfotograf, früher oder später müssen alle Bilder von der Kamera auf den Computer. Jeder hat da so seinen eigenen Workflow. Und umso mehr Bilder man produziert um so länger dauert dieser Workflow. Ganz besonders dann, wenn man mit RAW-Dateien arbeitet und für den Import aufgrund von “Sonderwünschen” mehrere Programme nacheinander benutzt. Eine Lösung ist hier die Batchverarbeitung von Komandozeilenbefehlen, um den Workflow zu automatisieren. Batch-Dateien enthalten Kommandozeilenbefehle und führen sie nacheinander aus. Ich möchte an dieser Stelle ein Batch-Script vorstellen, welches ich mir vor einiger Zeit geschrieben habe, um meinen Workflow zu vereinfachen. (weiterlesen…)