Trends und Standards der Webentwicklung 2013

12.01.2018

Die Art wie Websites erstellt und gestaltet werden entwickelt sich ständig weiter. Das ist begründet im schnellen technologischem Fortschritt und der gemächlichen aber stetigen Neuerfindung gestalterischer Standards. Der Artikel soll aufzeigen was im Moment technisch, gestalterisch, inhaltlich und rechtlich aktuell ist und wohin der Trend im Jahr 2013 geht. Die Einschätzung beruht zum Einen auf den Artikeln etablierter Weblogs der Szene (vorrangig die englischsprachigen) und zum Anderen auf meinen persönlichen Beobachtungen.

technisch

Vor etwa zwei Jahren hat das Thema “responsive Design” in die Design-Community eingeschlagen und ist seitdem immer populärer geworden. Bei einem Responsive Design passen sich Breite und Position der Website-Inhalte an die Größe des Bildschirms an. So werden mit wenigen Zeilen CSS-Code die Inhalte sowohl auf dem 24 Zoll Desktop-Monitor als auch auf dem Smartphone gut lesbar (wenn man es richtig macht). Noch einen Schritt weiter geht “adoptive Design” bei dem unter anderem je nach Fähigkeiten des Anzeigegerät zusätzliche Informationen ein- oder ausgeblendet werden.

Das mobile Surfen mit dem Smartphone oder Tablet ist inzwischen verbreiteter als man denkt. Durchschnittlich jeder achte Besucher surft mit einem mobilen Gerät. Wer heute ein neues Design entwickelt, sollte sich daher zeitig Gedanken machen wie die Seite auf Geräten mit geringer Auflösung und Display-Größe aussehen soll. Technisch sind wir im kommenden Jahr dabei, dass solide umzusetzen was in den letzten ein bis zwei Jahren schon erprobt wurde.

Die Anzahl von CSS-Framework, Javascript-Bibliotheken und sonstigen Tools, die die Erstellung einer Website vereinfachen sind enorm gestiegen. Das ist zum Einen schön, da man als Entwickler immer etwas findet was man nutzen kann. Zum Anderen bereitet das aber auch Probleme. Nachdem man aus der Fülle, das Passende herausgefiltert hat, welches den Kriterien entspricht (Verwendbarkeit, Kompatibilität, Dokumentation, …) muss man sich in jedes Tool neu einarbeiten und dann hoffen das es gut gepflegt und weiterentwickelt wird. Ich hoffe das sich der Markt in diesem Bereich 2013 etwas konsolidiert, aber ich nehme an mein “Hoffen” wird wohl “Wünschen” bleiben.

inhaltlich & gestalterisch

Will man Entwicklungen bei den Gestaltung und Inhalt beobachten muss man längere Zeiträume betrachten. Konnte es z.B. inhaltlich vor 10 Jahren gar nicht förmlich genug sein, setzen viele Unternehmen inzwischen endlich wieder auf eine persönlichere Bindung. Wie wird ein Produkt hergestellt, wer ist daran beteiligt, wer nutzt es und welche persöhnlichen Gründe gibt es dafür? Die Hintergründe sind wichtig geworden um dem Kunden das Gefühl zu vermitteln nicht die Katze im Sack sondern ein Qualitätsprodukt zu kaufen.

Gestalterisch bewähren sich “schlicht ist schick” und “weniger ist mehr”. Große Bilder, große Überschriften, moderne Schriftarten, Whitespace und animierte Elemente zur besseren Platzausnutzung sind etabliert.

Vom Kreativ-Standpunkt aus waren die letzten 5 Jahre unheimlich vielseitig. Gerade dann wenn man abseits der großen Seiten guckt, gab und gibt es viele neue Ideen, die sich aber weniger im Layout (der Anordnung der Elemente einer Website) als vielmehr dem Design (der stilistischen Gestaltung der Elemente) zeigten. Es gibt einige gängige Layout-Muster die sich auf vielen Website wiederholen und einen Quasi-Standard in Benutzerführung darstellen (wodurch es für den Nutzer einfacher ist innerhalb einer Seite zu navigieren). Allerdings noch nicht in allen Bereichen. Eine steigende Anzahl von Websites deckt dank responsive Design den Displayraum 1000 Pixel und kleiner ab, eine angepasste Darstellung auf einem FullHD-Display wird aber in der Regel nicht angeboten. Ich denke 2013 wird es in diesem Bereich mehr und mehr Websites geben die die restlichen 900 Pixel noch sinnvoll nutzen.

rechtlich

Was in den letzten Wochen immer öfter in den Fokus der Medien rückt ist eine Reform des Urheberrechtes. Dabei gibt es aus meiner Sicht zwei Probleme zu lösen.

Die nach derzeitigem Recht unrechtmäßige Nutzung von Bilder, Musik und Videos z.B. in nichtkommerziellen Produkten wie einem privaten YouTube Video. In den U.S.A. gibt es dazu einen interessanten (aber auch nicht ganz unproblematischen) Ansatz, der die Nutzung unter bestimmten Umständen erlaubt – das “Fair use” Konzept.

Das zweite Problem sind Abmahnung in Folge von überzogener Rechtsauslegung. Aktuell in den Schlagzeilen ist eine Abmahnungswelle gegen Facebook-Seitenbetreiber weil sie Links geteilt haben und daraufhin ein Bild von der geteilten Website in ihrem Facebook-Profil zu sehen war. In Irland will gar eine Zeitung vor Gericht eine Abgabe einklagen für einen Links die auf Ihre Artikel gesetzt werden. Der Link wäre somit bereits urheberrechtlich geschützt. Bleibt nur zu hoffen das die Richter genügend Verstand besitzen um dem zu widersprechen.

Fazit

Technisch und Gestalterisch werden wir wohl in diesem Jahr das Verfeinern was in den letzten Jahren schon begonnen wurde. Der Markt und die Möglichkeiten haben sich mit Smartphone und Tablet gewandelt, nun ist es Zeit alte Websites auch für diese Geräte zu erschließen. Zu guter letzt müssen die rechtliche Unsicherheiten und veraltete Rechtsgrundlagen endlich in Angriff genommen werden.

Und Totalmedial? Ich freue mich darauf für Ihr Unternehmen oder Vorhaben auch weiterhin den richtigen Mix zu finden aus Bewährtem und Neuem, um zu qualitativ hochwertigen Resultaten zu gelangen. Sei es nun im Web- als auch im Print-Bereich.