Archiv für die Kategorie „Tipp“

Episches Comic-Erlebnis

Sonntag, 27. März 2011

Bei meinen Streifzügen durchs Internet bin ich heute über eine neues Webcomic gestolpert, das erste Kapitel der “Wormworldsaga“. Der Zeichner, Daniel Lieske, hat das erste Kapitel als Hobbyprojekt entwickelt. Das Comic berichtet von Jonas der die Geschichte seiner Kindheit erzählt. Er ist sich selbst nicht ganz sicher, was davon Wirklichkeit und was Tagtraum oder Fantasie war. Es scheint sich dort eine wirklich epische Fantasy-Geschichte anzubahnen.

Mir hat der Stil und die Qualität der Umsetzung dieses Comics sehr gut gefallen. Die einzelnen Szenen sind wirklich unglaublich detailliert und liebevoll gezeichnet, besonders die Farb- und Lichtführung hat es mir angetan.

Geschick beweist der Zeichner, auch darin das Comic im Web zu präsentieren. Ein gutes Beispiel für die Auseinandersetzung mit Usebility. Man springt nicht wie bei vielen anderen Comics und dem analogen Vorbild von Seite zu Seite, sondern scrollt vom Beginn der Seite immer weiter nach unten. Für mich war es eine sehr angenehme Leseerfahrung, ich hatte den Eindruck mehr in der Geschichte zu stecken. Man bricht eben nicht auf die nächste Seite um, sondern hat ein kontinuierliches Erlebnis ähnlich dem Schauen eines Filmes. Bildaufbau und Scenen-Aufteilung sind gut auf das vertikale Lesen abgestimmt.

Grafik anlässlich der Fertigstellung des ersten Kapitels im November 2010

Da Daniel bisher nur seine Freizeit für die Wormworldsaga nutzen konnte, hat die Erstellung des ersten Kapitel fast ein Jahr in Anspruch genommen. Das zweite Kapitel soll nicht solange auf sich warten lassen. Ein Geschäftskonzept mit Fokus auf Spenden, den Verkauf von hochwertigen Kunstdrucken und dem Vertrieb einer Wormworldsage-IPad-App, sollen es ihm ermöglichen Vollzeit an neuen Kapiteln zu arbeiten, die dann wahrscheinlich viertel- bis halbjährlich erscheinen werden. Soweit ich das aus seinem Projekt-Blog erkennen konnte, soll die Verbreitung weiterer Kapitel weiterhin kostenlos erfolgen. Ich wünsche viel Erfolg und bin mit einer 5-Euro-Spende dabei.



Daten sichern leicht gemacht

Dienstag, 21. September 2010

Wer sicher gehen möchte, dass man nach einem Festplatten-Crash nicht alle Daten, Dokumente und Bilder verloren hat, muss diese hin und wieder sichern. Seit etwa einem halben Jahr setze ich dazu FreeFileSync ein, welches mich dabei unterstützt ein automatisiertes Backup zu erstellen. Als ich damals eine Programm für diese Aufgabe suchte habe ich besonders darauf geachtet, dass es leicht zu bedienen ist. Letztendlich wollte ich ein Programm das ich jedem Otto-Normal-Verbraucher empfehlen kann. Und gerade in der Bedienbarkeit hebt es FreeFileSync von seiner Konkurrenz angenehm ab.

Das Fenster ist in zwei Seiten aufgeteilt. Die linke Seite enthält das Quellverzeichnis, dort befinden sich die Originaldateien. Die rechte Seite enthält das Zielverzeichnis mit den Kopien der Originaldateien. Über den Plus-Button lassen sich zusätzliche Verzeichnisse hinzufügen. Über die zwei Buttons “Vergleichen” und “Synchronisieren” wird der Ablauf des Backups gesteuert. Nach dem betätigen von “Vergleichen” werden Quell- und Zielverzeichnis verglichen und Unterschiede in der Listenansicht angezeigt. Danach kann man auf “Synchronisieren” klicken um die Inhalte abzugleichen. Vorher sollte man allerdings über das Zahnrad-Symbol die Synchronisationseinstellungen überprüfen.

FreeFileSync kann die Verzeichnisse auf verschiedene Arten synchronisieren. “Automatik” macht einen Abgleich beider Verzeichnisse, d.h. neue und geänderte Dateien werden sowohl von links nach rechts als auch umgekehrt kopiert. Da ich ein Backup meiner Daten haben möchte verwende ich stattdessen lieber “Spiegeln” dabei werden alle Änderungen nur im Zielverzeichnis übernommen. Ich habe nach einer Synchronisation also alle meine Daten im Backup-Verzeichnis gesichert. Wurden Dateien im Quellverzeichnis gelöscht werden sie auch in meinem Zielverzeichnis (Backup-Verzeichnis gelöscht).

Zusätzlich stehen einem noch die Optionen “Aktualisieren” und “Benutzerdefiniert” zur Verfügung. “Aktualisieren” funktioniert wie “Spiegeln” löscht im Zielverzeichnis aber keine im Quellverzeichnis entfernten Dateien und Verzeichnisse. Dadurch kann es passieren das man im Zielverzeichnis mehr Dateien hat als im Quellverzeichnis. Mittels “Benutzerdefiniert” kann man sich seine eigenen Regeln für das Kopieren und Löschen definieren.

Das Programm bietet ein paar weitere schöne Funktionen, welche die Bedienung bei mehrmaliger Ausführung beschleunigen. So lassen sich Profile anlegen und auswählen. In einem Profil werden Quell-, Zielverzeichnis und Synchronisationseigenschaften gespeichert. Das ist sehr nützlich wenn man nicht immer alles synchronisieren möchte. Bei mir werden alle Arbeitsdaten mindestens ein mal die Woche synchronisiert, während ich Fotos nur alle ein bis zwei Monate sichere. Das spart mir Zeit, da beide Verzeichnisse sehr groß sind, dauern Vergleich und Synchronisation etwas.

Ein weiteres schönes Feature ist die Möglichkeit aus dem Programm heraus eine Batch-Datei zu erzeugen. Diese Datei lässt sich z.B. auf dem Desktop platzieren. Wird sie ausgeführt startet FreeFileSync im Hintergrund und arbeitet das damit verknüpfte Profil ab. Ein integrierte Update-Mechanismus informiert sobald neue Versionen des Programms zur Verfügung stehen.

FreeFileSync ist frei verfügbar (OpenSource, unter GPL) und in deutsch erhältlich. Es kann hier heruntergeladen werden.



Softwaretipp: MuseScore – freies Notensatzprogramm

Mittwoch, 14. Juli 2010

Ich bin heute zufällig über ein Programm gestolpert und habe meiner Frau damit eine riesen Freude gemacht.

MuseScore ist ein frei verfügbares Open Source (GPL) Programm zum Setzen von Noten. Es bietet viele der Funktionen die man sonst nur von kostenpflichtigen Notensatzprogrammen kennt. Einige der Features:

  • das Setzen von Noten über einen grafischen Editor
  • beliebige Anzahl von Notenzeilen
  • bis zu vier Stimmen pro Notenzeile
  • Ein- und mehrzeilige Texte zu jeder Notenzeile
  • Midi Import und Export
  • integrierter PDF-Export

Nach einem kurzen Test wurde das Programm von meiner Frau für gut befunden. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die starke Ausrichtung auf Tastenkombinationen, das Setzen gelingt damit allerdings nach etwas Einarbeitung schneller. Einige Videos (englisch) auf der Projektseite führen in die Funktionalität ein. Im Handbuch (deutsch) wird etwas tiefer auf die Möglichkeiten und die Bedienung des Programmes eingegangen.

Das Programm ist für die drei großen Betriebsystemreihen (Win, Mac, Linux) verfügbar.



3 Tipps im Umgang mit OpenOffice-Impress

Mittwoch, 2. Juni 2010

Impress ist das OpenOffice (OO) Äquivalent zu Power Point. Anders als OO-Writer und OO-Calc kann es, in punkto Stabilität und Funktionsumfang leider nicht mit der kostenpflichtigen Anwendung aus dem Hause Microsoft mithalten. Wenn man das Programm öfter nutzt merkt man das an einigen Stellen Fehler auftreten und manches nicht wie erwartet funktioniert. Ich nutze da Programm trotzdem sehr gern, da es genau das kann was ich benötige – einfache Präsentationen erstellen. Wem es ähnlich geht, dem gebe ich hier 3 Tipps mit auf den Weg.

1. Nutze die Formatvorlagen, aber erstelle keine neuen

Wie alle Office-Produkte unterstützt auch Impress Formatvorlagen. Das heißt es werden nicht mehr einzelne Wörter markiert und dann formatiert, sondern auf Absätze und Zeilen wird eine definierten Formatvorlage angewendet. Der Vorteil von Formatvorlagen ist das man weniger Fehler bei der Formatierung machen kann und Zeit spart. Statt jede Stelle 5 Mal zu formatieren, müssen die betreffenden Stellen nur einmal einer Formatvorlage zugewiesen werden. Ändert man Einstellungen an einer Formatvorlage wirkt sich das auf alle Stellen aus, die mit ihr formatiert hat.

Dieses Konzept das in MS-Word und OO-Writer hervorragend funktioniert, ist in OO-Impress leider etwas “buggy”, wenn es darum geht neue Absatzvorlagen für Texte zu definieren. Ich empfehle deshalb nur die vorgegebenen Vorlagen zu modifizieren und den Rest auf herkömmliche Art zu formatieren. Die vorhandenen Formatvorlagen beziehen sich meist auf einen ganzen Text-Block. Wichtig ist besonders sich die Formatvorlage für die Aufzählungen nach den eigenen Wünschen anzupassen.

Das Klicken auf F11 öffnet die Formatvorlagenanzeige. Klickt man nun auf einer Folie in eine Textbox wird in der Anzeige die entsprechende Absatzvorlage angezeigt. Wirklich relevant sind aus meiner Sicht nur “Gliederung 1″ und “Titel”. Ich mache hier meist ein paar Änderungen zu Schriftgröße und Schriftart und damit hat es sich.

2. Arbeite mit den Masterfolien

Über das Menü “Ansicht > Master > Folienmaster” können die Vorlagen für Folien verändert werden. Mastervorlagen lassen sich nutzen um die Position von Textblöcke für alle Folien verbindlich festzulegen. Ich nutze meist zwei Mastervorlagen. Eine für das Cover und eine für den Inhalt der Seiten (siehe Bilder unten). Hat man die Masteransicht geschlossen so lassen sich über den Rechtsklick auf eine Folie im Foliendesign die gewünschte Masterfolie auswählen (Folie >Foliendesign > “Seitenvorlage auswählen”).

3. Tipps im Zusammenhang mit Bildern

Impress kennt zwei Arten mit Bildern umzugehen:

  • Die Bilder werden direkt in der Präsentationsdatei gespeichert, sowas nennt man einbetten. Enthält eine Präsentation eingebettete Bilder wird die Präsentationsdatei schnell recht groß. Das seltsame dabei: selbst wenn man die Bilder rausgelöscht und die Präsi neu speichert, bleibt die Dateigröße der Präsentation fast gleich groß. Impress räumt in seinen Präsentationsdateien nämlich mitunter nicht richtig auf. Ein Verhalten das es sich beim großen Bruder PowerPoint abgeschaut hat. Warum auch immer.
  • Die Bilder werden als externe Verknüpfung eingebunden. Wenn man die Präsi weitergeben möchte muss man also immer alle Bilddateien mitgeben. Selbst dann ist nicht garantiert, dass die Präsi korrekt angezeigt wird, da die Bilder auf einem anderem Computer auch meist in einem anderen Verzeichnis liegen. Abhilfe schafft hier nur die Bilder einzubetten. Unter “Bearbeiten > Verknüpfungen” lassen sich die Verknüpfungen auflösen, so dass man die Präsentation problemlos weitergeben kann.
    Der Vorteil die Bilder als externe Verknüpfung einzubinden, liegt darin sie jederzeit bearbeiten zu können, ohne sie dann wieder neu einbinden zu müssen.

Fertige Präsentation lässt sich mit dem Plugin “Sun Presentation Minimizer” komprimieren. Dabei werden unnötige Daten entfernt, Bilder eingebettet, skaliert und platzsparend gespeichert. Nicht selten waren bei mir die Präsentationen nach dem Minimizer nur noch halb so groß. Bei der Präsentation auf langsamen Rechnern wird sich das auch auf die Geschwindigkeit der Effekte auswirken.

Assistenzdialog des Sun Presentation Minimizer

Zusatztipp

Wer grafisch bewandert ist kann seine Folien durch eine ansprechende Hintergrundgestaltung aufpeppen. Die Bilder werden dabei in den Folienmaster gelegt und sind dann auf jeder Seite sichtbar. Zum Erstellen der Bilder nutze ich meist Inkscape. Ein paar Beispiele:



Bokeh Panoramen – die “Brenizer Methode”

Mittwoch, 19. Mai 2010

Ich bin heute auf Flickr über eine interessante Technik gestoßen. Mit der Brenizer-Mehtode werden Bilder mit atemberaubender Tiefenunschärfe möglich, und das trotz günstiger Objektive. Hier einige Bilder aus dem Flickr-Stream des mutmaßlichen “Erfinders” Ryan Brenizer.

Smokey Joe's Kiss

A World Apart

Der Trick hinter diesen Bildern ist, dass es keine Einzelbilder sind, sondern vielmehr Panoramaaufnahmen – sogenannte Bokeh-Panoramen. Jedes der Bild ist, wie bei Panoramen, aus vielen kleinen Bildern zusammengesetzt, die mit einer großen Brennweite aufgenommen wurden. Umso größer die Brennweite (bei gleicher Blende) um so geringer ist die Tiefenschärfe. Das folgende Bild zeigt eine Gegenüberstellung der diesen Merksatz verdeutlicht.

Anklicken zum Vergrößern.

Das Linke Bild zeigt einen Bildauschnitt eines Bildes das mit 28mm Brennweite fotografiert wurde (bei APS-C Format), das rechte Bild hingegen mit 105mm. Im rechten Bild ist eine geringere Tiefenschärfe zu erkennen, also genau das was man typischerweise möchte, wenn man Portraits fotografiert.

Der Nachteil bei großer Brennweite ist natürlich, dass man nur einen Teil des gewünschten Motives abfotografieren kann. In der heutigen Zeit macht das aber eigentlich nichts aus. Den wenn man alle Teile eines Motivs abfotografiert hat, kann man die Bilder danach automatisch von einem Computerprogramm wieder zusammenfügen lassen. Wenn man alles richtig gemacht hat kommt dabei ein Bokeh Panorama heraus.

Vergleichbare Bilder sind meist nur mit sehr hochwertigen (also teuren) Linsen möglich. Denn der zweite Faktor der die Tiefenschärfe beeinflusst, ist die Blende. Um so weiter die Blende geöffnet ist umso geringer die Tiefenschärfe, und umso angenehmer und weicher das Bokeh eines Bildes. Objektive mit solch großen Blendenöffnungen wie etwa f1.2 herzustellen ist allerdings recht schwierig, da dafür äußerst exakt gearbeitet werden muss.

Hier meine erste Testaufnahme nach dieser Methode (basierend auf etwa 20 Bildern bei Blende 4.5 und 105mm).

Zum Vergleich eine Aufnahme mit 50mm und Blende f1.8. Der Effekt ist etwa der selbe. Ich konnte also etwa 2 1/2 Blendenstufen “simulieren”.

Vorteile der Methode

  • geringere Tiefenschärfe trotz günstiger Objektive
  • flexiblerer Umgang mit Festbrennweiten-Objektiven auf kleinem Raum möglich (auch auf kurzer Distanz ist ein volles Motiv möglich)
  • es können unter Umständen Bilder erzeugt werden die mit herkömmlichen Objektiv unmöglich wären

Nachteile der Methode

  • aufwendige Nachbearbeitung notwendig (ein kostenloses Panorama Tool gibt es hier)
  • funktioniert nur wenn sich das Motiv nicht zu sehr bewegt
  • Übung notwendig um eine Routine beim Fotografieren zu bekommen
  • bei günstigen Objektiven, mit relativ kleiner Offenblende, muss ausreichend Licht vorhanden sein (im Gegensatz zu einer hochwertigen Linse)

Obwohl die Nachteile zu überwiegen scheinen, werde ich die Technik auf jeden Fall mal ausgiebiger testen.

Noch zwei Linktipps: